Statement der „Unternehmer pro Atdorf“ zum Runden Tisch

Sehr geehrte Damen und Herren
Die Initiative „Unternehmer pro Atdorf“ ist ein freiwilliger und unabhängiger Zusammenschluss von Handwerksbetrieben, Einzelhändlern, Kleingewerbetreibenden, Gastronomen und Freiberuflern aus der Region
Bad Säckingen, Wehr, Herrischried und Rickenbach.
Die Initiative erfährt durch ihre breit gefächerte Zusammensetzung eine große Akzeptanz in der Bevölkerung.
Viele Mitglieder sind oder waren über Jahre in der Kommunalpolitik, in Vereinen oder Verbänden aktiv. Zusehens werden wir mit der Tatsache konfrontiert, in der Bevölkerung nicht nur als „Unternehmer pro Atdorf“
wahrgenommen zu werden, sondern als „Sprachrohr“ der Befürworter des PSW Atdorf.
Für die „Unternehmer pro Atdorf“ gibt es zum Bau des Pumpspeicherkraftwerkes Atdorf aus energiepolitischen wie auch aus regionalwirtschaftlichen Gesichtspunkten keine Alternativen.
Aus diesem Grund ist es für uns selbstredend, ein Unternehmen wie die Schluchseewerk AG, das sich in den
letzten Jahrzehnten als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner erwiesen hat, in seinem Vorhaben, eine
Investitionssumme von über einer Milliarde Euro in der Region zu tätigen, nach besten Kräften zu unterstützen.

Energiepolitische Notwendigkeit
Bereits vor den tragischen Ereignissen in Fukushima waren wir der Überzeugung, dass für die Umsetzung
der von der Bundesregierung beschlossenen Vorlage „Erneuerbare Energiengesetz“ Speicher in Form von
Pumpspeicherkraftwerken unverzichtbar sind. Für die baldige und konsequente Umsetzung der Energiewende zählen neben vielen anderen Speichertechnologien Pumpspeicherkraftwerke zu den effizientesten Speichermöglichkeiten für regenerative Energien.

Standort
Mobilität ohne Autobahnen, Arbeitsplätze ohne Flächenverbrauch, Handy ohne Sendemasten, Energie ohne
Raffinerien, Kraftwerke und Leitungen …? Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Die Standorte sind in der
allgemeinen Wahrnehmung immer dann richtig ausgewählt, wenn der Einzelne nicht direkt betroffen wird. Die
von uns nach westlichen Standards mehrheitlich gewählte Lebensform erfordert jedoch eine gleichmäßige
Einbeziehung und Verteilung auf alle Bevölkerungsschichten und Regionen.
Mit einer Kraftwerksanlage wie dem PSW Atdorf, die im laufenden Betrieb weder Lärm erzeugt noch Emissionen freisetzt, ist mit den systembedingten Eingriffen in die Natur ein relativ geringer Beitrag zur Aufrechterhaltung dieser Normen zu leisten.
Abgesehen davon, bietet die Region des Hotzenwaldes mit den steil abfallenden Bergflanken und der relativ
dünnen Besiedlung hervorragende Voraussetzungen für den Bau von Pumpspeicheranlagen dieser Größenordnung.
Die Frage nach der viel zitierten Standortsicherheit des PSW Atdorf stellt sich für uns nicht, da dies zur Konsequenz hätte, auch den Rückbau der bestehenden Anlagen Hornbergbecken, Eggbergbecken und Wehrabecken zu fordern. Vielmehr gehen wir davon aus, dass die geologischen Gutachten den Beweis für die
Standortsicherheit erbracht haben.

Quellschüttung / Ersatzwasserversorgung
In den Reihen der „Unternehmer pro Atdorf“ befinden sich Mitglieder, die in ihrer Funktion als Wassermeister
bzw. durch langjährige kommunalpolitische Tätigkeit die Gestehung der Wasserversorgung in den Gemeinden Rickenbach und Herrischried maßgeblich begleitet haben. Die mit der Schluchseewerk AG geschlossenen Verträge der Gemeinden Herrischried und Rickenbach, in denen garantiert wird, dass den beiden Gemeinden beim Bau des PSW Atdorf keinerlei Nachteile in punkto Wasserversorgung entstehen, halten wir für
sehr ausgewogen. Einen Interessenskonflikt zwischen den bereits begonnenen Baumaßnahmen an der Ersatzwasserversorgung und dem Planfeststellungs- bzw. Genehmigungsverfahren sehen wir nicht, da dieser
Vertrag seine Gültigkeit behält, auch wenn das PSW Atdorf nicht gebaut werden sollte. Die vertraglich vereinbarten Maßnahmen führen zu einer Entlastung der Kommunen und Bürger auf Jahrzehnte.
Wirtschaftsfaktor
Das Investitionsvolumen von deutlich über einer Milliarde wird die Kaufkraft in der Region nachhaltig zum
Wohl aller stärken. Der Bau des PSW Atdorf wird durch direkte oder indirekte Beteiligung der ortsansässigen
Unternehmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in einer sonst eher strukturschwachen Region beitragen.
Diese wohnortsnahen Arbeitsplätze werden dringend zur Beibehaltung der Bevölkerungszahlen in den Hotzenwaldgemeinden sowie zur Aufrechterhaltung der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur benötigt.
Zusätzliche Steuereinnahmen durch die Schluchseewerk AG sowie sämtlicher am Bau beteiligten bzw. vom
Bau profitierenden Unternehmen führen zu einer langfristigen finanziellen Entlastung der StandortKommunen und deren Bürger.

Tourismus
Die in der Region vorhandene Form des Tourismus sehen wir durch den Bau und Bestand des PSW Atdorf
nicht gefährdet, sondern erwarten im Gegenteil eine Belebung. Durch den „Baustellentourismus“ und die
große Anzahl an Fremdmonteuren werden auch derzeit nicht genutzte Bettenkapazitäten ausgelastet. Nach
Fertigstellung des Projektes sehen wir großes Potential in der touristischen Vermarktung der Speicherseen.

Belastung
Eingriffe in die Natur und unvermeidbare Belastungen für die Anwohner während der Bauzeit lassen sich
nicht verhindern, jedoch sehr wohl durch intelligent ausgearbeitete Maßnahmen drastisch reduzieren und
ausgleichen. Hier wollen wir gemeinsam mit dem Vorhabenträger und allen Institutionen an geeigneten Lösungen konstruktiv mitwirken.
Die Initiative „Unternehmer pro Atdorf“ begleitet das Vorhaben der Schluchseewerk AG keineswegs vorbehaltlos. Das Zusammentragen von breitgefächerten Informationen war uns von Anfang an wichtig.
Diese setzen sich aus Informationen direkt vom Vorhabenträger, aus eigenem Fachwissen, wie z. B. Wasserversorgung und Photovoltaik, sowie aus Publikationen von Institutionen unterschiedlicher Art zusammen.
Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile sind wir bereit, mit dem Bau des PSW Atdorf die Verantwortung für
die Energiewende, hin zu erneuerbaren Energien, mitzutragen.
Sehr verehrte Damen und Herren des Runden Tisches, lassen sie uns dieses zukunftweisende Projekt nicht
verhindern, sondern gemeinsam, durch ein konstruktives Miteinander, auf den Weg bringen.
Wir, die „Unternehmer pro Atdorf“, freuen uns auf diese Aufgabe.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.